Sanierung des Limesmuseums überfällig

Die Stadtverwaltung Aalen hat Planungen und Ideen für die Umgestaltung des Limesmuseums im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung vorgestellt. Oberbürgermeister Rentschler betonte, dass nach dem fünfzigsten Geburtstag der Einrichtung Bund und Land bei der Sanierung mit in der Pflicht stehen.

Ansicht des sanierten Limesmuseums
Ansicht des sanierten Limesmuseums (© Stadt Aalen)

OB Rentschler erklärte, dass für das Limesmuseum Mittel aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ beantragt worden seien. „Wir haben mit dem Förderantrag bereits ein schlüssiges Grundlagenkonzept eingereicht. Um die Attraktivität des Museums zu erhalten ist eine bauliche und energetische Sanierung sowie eine Neukonzeption der pädagogischen Inhalte überfällig. Ich bin sicher, dass wir in Baden-Württemberg den interessantesten Antrag gestellt haben. Das Limesmuseum ist UNESCO Welterbestätte und von besonderer nationaler Bedeutung.“ Die Investitionssumme von 6,7 Mio. Euro kann die Stadt nur mit Unterstützung durch den Bund stemmen.

Architekt Marcus Kaestle vom Stuttgarter Büro kaestle&ocker GmbH & Co. KG erklärte, dass neben der baulichen und energetischen Sanierung auch das inhaltliche Konzept geprüft und angepasst werden müsse. „Die Konzeption stammt aus den Achtziger Jahren und ist nicht mehr zeitgemäß. Das Museum soll als qualitätvolle Architektur erhalten werden und durch gezielte Maßnahmen in die Zukunft geführt werden.“

Zahlreiche Defizite

Das Büro hat zahlreiche Defizite festgestellt. Für die Besucher ist im Eingangs- und Kassenbereich bis zum Ausgang zum Grabungsfeld eine nicht ausreichende Orientierung gegeben. Außerdem ist der Innenhof nur eingeschränkt zugänglich. Die Flächen für die Sonderausstellung sind zu klein und ungünstig zugeschnitten. Dies wird der Bedeutung der  Sonderausstellungen im Museum nicht mehr gerecht. Visuelle und mediale Präsentationen oder Projektionen in der Ausstellung sind Fehlanzeige.

Ein Besuch soll sich wieder lohnen

Die Neukonzeption will diese Defizite beheben und attraktiviert das Museum für die nächsten Jahre. Ein Besuch lohnt sich dann mehr denn je. Der Eingangs- und Kassenbereich wird verlagert, um eine bessere Orientierung zu ermöglichen, Raum zu schaffen und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Der Sonderausstellungsbereich wird deutlich attraktiviert und größer. Im Obergeschoss soll ein Rundgang um den Innenhof anschließen. Die kleinteiligen Fensterflächen weichen großzügigen Fensterfronten. Auf Oberlichter und Schrägverglasungen wird verzichtet und stattdessen vertikale Verglasungen eingesetzt. Dadurch können die Lichtverhältnisse wieder steuerbar werden.

Oberbürgermeister Rentschler dankte allen an der Planung Beteiligten. Die Neukonzeption sei ein evolutionärer Fortschritt und lohne sich. Die „alten Römer“ würden sich freuen. Das Limesmuseum hat 40.000 Besucher im Jahr und über die Hälfte davon sind Schüler. Daher ist das Limesmuseum und das Limesinformationszentrum auch ein wichtiger Beitrag zur Bildung.

Leuchtturm am Limes

Die Stadt Aalen betreibt das Limesmuseum Aalen seit den 60er Jahren in Kooperation mit dem Land Baden-Württemberg als Zweigstelle des archäologischen Landesmuseums. Das Haus gilt als Leuchtturm in der Wissensvermittlung um die Bedeutung des Limes sowie der römischen Lebenskultur. Unter seinem Dach befinden sich neben dem Museum auch die Geschäftsstelle der Deutschen Limesstrasse und das Limesinformationszentrum für Baden-Württemberg.

© Stadt Aalen, 10.11.2014
Weitere Informationen

! Umbau Limesmuseum !

Das Limesmuseum wird ab 01.08.2016 grundlegend energetisch erneuert und didaktisch völlig neu konzipiert. Die Museumsausstellung ist deshalb geschlossen.

Die neue Dauerausstellung im LIMU 16/18 gibt während dieser Zeit einen kompakten Überblick zur Geschichte der Römer in Aalen und entlang des Limes.

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