Papyrus – das Papier der Antike

Mit der Aktion Papyrus ist das Limesmuseum Teil der Forscherrallye des Explorhino

Wer sich den nachfolgenden Text genau durchliest, kann im Anschluss drei kleine digitale Spiele dazu machen.

Auf diesem Bild ist eine Papyrus-Pflanze zu sehen.
Die Papyruspflanze (© Pixabay)

Papyrus ist eine schilfartige Sumpfpflanze. Die Römer bezogen Papyrus hauptsächlich aus Ägypten, wo sie an den Ufern des Nils wächst. Die Pflanzenstängel, die beim echten Paprus einen dreikantigen Querschnitt besitzen, können mehrere Meter hoch werden. Das Wort „Papyrus“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Stoff des Pharaos“.

Die Ägypter fertigten aus den Stängeln Matten, Seile, Sandalen, Kleidung usw. Bei der Herstellung von Papyrusschreibmaterial wird die Außenschale des Pflanzenstängels abgeschält und das Mark  in Streifen geschnitten und kreuzweise übereinander gelegt. Danach wird auf das Blatt mit einem Holzhammer geklopft und es wird zusammengepresst. Der stärkehaltige Pflanzensaft verklebt die Streifen und man erhält ein festes Blatt, das mehrere Tage getrocknet wird. Dann wird die Oberfläche noch mit einem Glättstein geschliffen. Papyrus gab es in verschiedenen Qualitäten, vom feinsten Schreibpapier bis zum groben Packpapier. Die Farben sind natürlich und variieren von hellem Beige bis dunkleren Brauntönen.

Mehrere Bögen wurden zu einer Rolle zusammengeklebt, so dass man auch längere Texte darauf schreiben konnte. Beschrieben wurde die Rolle in Spalten, so dass man nicht die ganze Rolle zum Lesen aufrollen musste, was doch recht unbequem gewesen wäre.

Das Material

Auf diesem Bild sind eine Papyrusrolle, ein Ton-Tintenfass und eine Schreibfeder zu sehen.
Papyrusrolle, Tintenfass und Feder (© Limesmuseum)

Die Vorteile dieses Schreibmaterials liegen auf der Hand. Es war viel leichter als Tontafeln und damit besser transportierbar. Fehler konnten berichtigt werden, beispielsweise mit einem ‚Radiergummi‘ aus Bimsstein oder man wusch sie einfach ab. Somit gibt es auch Papyri die zweimal beschrieben wurden, sogenannte Palimseste. Die längste erhaltene Schriftrolle ist über 40 Meter lang.

Nachteile des Papyrus sind, dass er sowohl auf extreme Trockenheit als auch auf anhaltende Nässe reagiert, indem er zerbröselt oder bei Nässe schimmelt und sich zersetzt. Wenn sich Paprus über Jahrhunderte erhält, wie die Handschriftenfunde von Qumran am Toten Meer aus der Zeit Jesu, dann funktioniert das nur im trockenen Wüstenklima. Selbst Insekten- oder Tintenfraß schadet den Texten,  denn Tinte, die Ruß beinhaltet, beschädigt den Papyrus.

Geschrieben wurde auf Papyrus mit einer Rohrfeder, dem stilus. Abgelöst wird das Material Papyrus vom Pergament, aus dem man nun Bücher herstellen konnte, das aber wieder schwer und auch teuer war, da Pergament aus Tierhaut besteht und man nur bestimmte Hautteile verwenden konnte und auch nur die Haut von Kälbern, Ziegen oder Schafen. Erst mit der Erfindung des Papiers hatte man wieder ein Schreibmaterial von einer vergleichbaren Qualität und Menge wie es ehemals der Papyrus gewährleistete.

Hier geht's zu den digitalen Spielen

1. Wahr oder falsch?

2. Sätze zusammenfügen

3. Kreuzworträtsel

Was Du vor Ort im Limesmuseum tun kannst:

Du hast in Deinem Forscherrucksack das römische ABC in Schreibschrift. Vor dem Eingangsbereich des Limesmuseums findest Du ein Kästchen mit Papyrusstreifen. Du kannst Dir einen Streifen nehmen und Dir damit auf echtem Papyrus ein kleines Dokument erstellen. Du wirst feststellen, dass auf Papyrus zu schreiben nicht so ganz einfach ist, da die Oberfläche durch die Pflanzenfasern etwas unebener ist als Papier und auch die Tinte eher zum Verlaufen neigt. Beschreiben kannst Du Papyrus mit dem Füller oder einem Filzstift, da wir leider keine Tusche und Rohrfedern im Freien lagern können. Doch vielleicht hast Du nun ja Lust, bei einer unserer Museumsaktionen oder einem Ferienprogramm mitzumachen.