Das neue Limesmuseum Aalen

Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg

Nach rund zweieinhalbjähriger Schließung, diversen Umbauten und einer energetischen Sanierung öffnete das Limesmuseum am 24. Mai 2019 mit einer neuen Dauerausstellung wieder seine Tore.

Aalen Goldring
Goldener Kinderring mit der Inschrift ?CRESCAS ? Mögest Du wachsen!?. Neufund von 2017 aus dem Aalener Kastelldorf. (© Landesamt für Denkmalpflege, Y. Mühleis)

Das Gesamtprojekt wurde als Kooperation zwischen der Stadt Aalen und dem Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg geplant und umgesetzt. Der Bund unterstützte die Sanierung mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus.“ Insgesamt wurden gemeinsam von Stadt, Land und Bund rund 8,5 Millionen Euro investiert.

Vom neu gestalteten Vorplatz aus betritt der Besucher zunächst das grundlegend veränderte, großzügige Foyer des Hauses mit Empfangstheke, Museumsshop und einem kleinen Museumscafé. Von hier aus gelangt man entweder in die Dauerausstellung, auf das Freigelände mit den Überresten des römischen Kastells oder aber in den neuen Sonderausstellungsbereich im Obergeschoss des Museums.

Die völlig neue Dauerausstellung mit über 1.200 Originalfunden wird auf einer erweiterten 1.500 m² großen Ausstellungsfläche präsentiert. Im Erdgeschoss tauchen die Besucher dabei zunächst ein in das Leben am Limes vor 1.800 Jahren. In einem ersten Schritt, einer Art Prolog, werden die Entwicklung des römischen Reiches, seine Herrschaftsideologie, sein Verständnis von Grenzen und das Verhältnis der Römer zu den Germanen erläutert. So lässt sich begreifen, warum die Römer hier im heutigen Süddeutschland überhaupt einen Limes errichteten. In einem zweiten Schritt lernt der Besucher dann anhand von konkreten archäologischen Objekten sieben Personen kennen, die im römischen Aalen gelebt haben. Er begleitet diese Soldaten und Zivilsten in ihre spezifischen Lebensbereiche - am Limes, im Kastelldorf und im Kastell. Großflächige Illustrationen, Modelle und vor allem die archäologischen Originale ergeben in der Zusammenschau einen eindrucksvollen Einblick in den Alltag der Menschen entlang des Limes.

Limespalisade Rainau 1975
Ausgrabung der Limespalisade bei Rainau-Schwabsberg 1975. Mehrere Hölzer der Palisade aus dem Jahr 163/64 n. Chr. sind im Original im Museum ausgestellt. (© Landesamt für Denkmalpflege)

Im zweiten Teil der Ausstellung im Obergeschoss kehrt der Besucher aus der Römerzeit in die Gegenwart zurück. Er begibt sich auf eine archäologische Entdeckungsreise entlang der 164 km langen Limesstrecke in Baden-Württemberg. An 14 spezifischen Orten erfährt er so, was heute noch vom Limes übrig geblieben ist. Das breite Spektrum der baulichen Überreste und eine Vielzahl bedeutender Einzelfunde verdeutlichen dabei den außergewöhnlichen und universellen Wert des Limes als UNESCO-Welterbe. Moderne Medienangebote bieten dabei die Möglichkeit selbst als Forscher bzw. Archäologe aktiv zu werden, um die vielfältigen Geheimnisse entlang des Limes zu entschlüsseln.

Den Abschluss der Ausstellung bildet schließlich ein Epilog, der den Blick weitet und das Thema Grenzen und deren Intention, Funktion und Wirkung anhand mehrerer Beispiele historischer wie aktueller Grenzen aufzeigt. Dabei soll der Besucher auch seine eigene Meinung zum Thema einbringen.

Nach langjähriger Vorbereitung und vielfältigen Arbeiten aller Beteiligten steht die Umsetzung und Fertigstellung des neuen Limesmuseums nun unmittelbar bevor – Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

© Stadt Aalen, 21.12.2018