Frühjahrsfest läutet das Jubiläumsjahr ein

Temperaturen fast wie im Sommer und ein umfangreiches Programmangebot lockten vergangenen Sonntag wieder einmal Scharen von Besuchern zum Frühjahrsfest ins Limesmuseum und auf das UNESCO Kastellareal der 1000 Mann starken Aalener Reitereinheit. Neben spannenden Informationen und Vorführungen zur römischen Geschichte reichten die interessanten und neuesten Aktionen bis in die Zeit der Alamannen, die die Ruinen des verlassenen Aalener Kastells im 6. und 7. Jahrhundert als Siedlungsplatz nutzten.

Frühjahrsfest im Limesmuseum am 6. April 2014
Frühjahrsfest im Limesmuseum am 6. April 2014 (© Limesmuseum Aalen)

Großer Andrang herrschte am Kräuterstand der Römer- und Alamannnengruppe Raetovarier, die nach römischem Rezept fein gewürzten Moretum (Kräuterkäse) in frisch gebackenem Fladenbrot und selbst produzierten Mulsum (Honigwein) anboten. Dazu gab es fachkundige Informationen über die bunte Kräuternutzung der Antike. Dass die römische Schmiede in der Reiterbaracke wieder einmal in Betrieb war, war schon von weitem am lauten Klopfen des Schmiedehammers wahrnehmbar. Vor staunendem Publikum demonstrierten hier die Metallspezalisten wie aus glühenden Eisen römische Messer, Zeltheringe oder große Balkennägel produziert werden.

Die Technik, wie die Römer filigrane Götterfiguren, Blüten oder Kaiserbilder in dünne Bleche trieben, stellte Markus Gruner aus Chemnitz zum ersten Mal in Aalen vor. Der bekannte Archäotechniker präsentierte dazu eine feine Sammlung selbst hergestellter römischer Fibeln und eleganter Schmuckstücke.

Wer einmal selbst Pfeil- und Bogenschießen oder Speerwerfen ausprobieren wollte, musste doch etwas Geduld mitbringen. An diesem Angebot hatten neben den Kindern auch ganz viele Erwachsene ihren Spaß. Zu einer Premiere lud die Römergruppe LEG VII AUG ein. Gleich mehrmals stellten sie acht ganz verschiedene römische Standarten aus dem ersten bis zum fünften Jahrhundert vor. Alexander Zimmermann, der Centurio der Truppe, erklärte dabei fachkundig die Aufgabe und Funktion der einzelnen Feldzeichen. Besonders beeindruckt zeigten sich die Gäste dabei vom Adlerträger, dem gefährlich aussehenden Vexillifer mit dem Wolfspelz und von der Drachenstandarte (Drago).

Hervorragend angenommen wurde auch das umfangreiche museumspädagogische Angebot. Gleich sechs Stationen hatte das Team des Limesmuseums in Verbindung mit Schülern des Ernst-Abbe-Gymnasiums Oberkochen aufgebaut. Die neueste Aktion, die Herstellung einer edlen Gesichtsmaske wurde gleich dutzendfach von den vielen anwesenden Familien produziert.
Besonders beliebt bei den Mädchen waren natürlich die römischen Zopf- und Flechtfrisuren.

Abgerundet wurde das Museumsfest durch einen Kurzvortrag über die neuesten Forschungsergebnisse am Limes von Dr. Stephan Bender, dem Leiter des Limesinformationszentrums.

© Stadt Aalen, 06.10.2014