Limesmuseum am 10. Januar 2005 im Fernsehen

Unter dem Titel „Der römische Limes“ strahlt das Bayrische Fernsehen am Montag, 10. Januar 2005 um 22.45 Uhr eine Dokumentation über den Limes aus. Zu dieser Dokumentation wurden auch viele Sequenzen im Limesmuseum Aalen gedreht.

Er ist das größte archäologische Bodendenkmal Europas der obergermanisch-rätische Limes. Diese Demarkationslinie des Römischen Weltreichs entstand im 2. Jahrhundert n. Chr. zwischen Rhein und Donau, eine logistische Meisterleistung. Geniale Vermessungsingenieure schufen eine Barriere, die häufig schnurgerade über Berge und durch Täler verlief. Mit einem enormen finanziellen Aufwand und dem Einsatz zahlloser Legionäre wurde eine der frühesten Staatsgrenzen errichtet. Was sich von der Gegend von Koblenz über 550 Kilometer bis Eining westlich von Regensburg erstreckte, war kein Wehrbau im eigentlichen Sinne. Es war Nachschublinie, Kommunikationsstrang und Drohkulisse, die die germanischen Nachbarn abschrecken sollte. Schon allein seine Bauweise aus Stein mit roten Fugen muss die Barbaren beeindruckt haben, die nur die Holzarchitektur kannten. Der Grenzwall mit seinen rund 900 Wachtürmen war eingebunden in ein System von befestigten Straßen, Militärlagern und Städten. Hier kamen die Germanen in direkten Kontakt mit der Welt der Antike, tauschten Honig, Pelze und blondes Frauenhaar gegen Luxusartikel. Noch heute markiert der Limes Flur- und Verwaltungsgrenzen und hat so bis in unsere Tage die Landschaft geprägt. In ihrer Dokumentation untersucht Elli G. Kriesch mit den Methoden der Geophysik und Luftbildarchäologie den Verlauf und die Bauweise dieses Verteidigungssystems. Computeranimationen lassen die römische Militärarchitektur wieder lebendig werden, Ausgrabungen geben Auskunft über Lebens- und Essgewohnheiten der Legionäre. Neben karger Soldatenkost standen auch exotische Delikatessen auf dem Speiseplan. Verschiedene Experimente belegen die Schlagkraft von Katapulten, lassen die Strapazen langer Märsche ahnen. So demonstriert der Nachbau eines Ruderschiffes in Regensburg die Rolle der römischen Flotte auf der Donau.
© Stadt Aalen, 04.01.2005