Neues Limesmuseum - ein Leuchtturm am Obergermanisch-Raetischen Limes

Ministerpräsident Kretschmann und OB Rentschler eröffneten am Freitag das generalsanierte Limesmuseum

Das Limesmuseum Aalen ist nach 2,5jährigem Umbau und Schließung mit neu konzipierter Dauerausstellung und energetischer Sanierung wiedereröffnet worden. Zum Festakt am Freitag, 24. Mai, war Ministerpräsident Winfried Kretschmann gekommen. „Besser kann man es kaum machen – Chapeau – und so preiswert!“ lobte er die gelungene Neugestaltung des größten Römermuseums am UNESCO-Welterbe Limes.

Neues Limesmuseum - ein Leuchtturm am Obergermanisch-Raetischen Limes
(© Thomas Siedler)

Für rund 8,5 Millionen Euro ist das 1964 gegründete Limesmuseum mit Unterstützung des Bundes und des Landes generalsaniert worden. 1,7 Millionen habe das Land beigesteuert und das sei bestens angelegtes Geld, sagte der Ministerpräsident, der sich bei einem Rundgang vor der Eröffnungsfeier über die neue Dauerausstellung informierte.
Als ein verbindendes Symbol für die gemeinsame Kulturgeschichte Europas, bezeichnete er in seiner Ansprache den 550 Kilometer langen Limes. Völlig zurecht sei der Limes deshalb 2005 mit dem Prädikat Weltkulturerbe ausgezeichnet worden.
Im Gegensatz zum heutigen Europa sei es in römischer Zeit jedoch ein erzwungener Zusammenschluss der Länder entlang des Limes gewesen. Als ein freiwilliger Zusammenschluss und aus dem Willen in Frieden und Freiheit zu leben, sei jetzt das moderne Europa entstanden, eines „der größten Friedensprojekte der Geschichte.“ Nur gemeinsam habe man eine Chance die Weltordnung mitzuprägen. „Unsere europäischen Werte sind die Grenzsteine, die wir setzen.“

Eröffnung Limesmuseum
(© Peter Kruppa)

Oberbürgermeister Thilo Rentschler mahnte in seiner Begrüßung an, wie wichtig es sein, ein friedliches Zusammenleben und die Verständigung der Menschen zu organisieren. Die Verantwortung dafür zu übernehmen sei vor 2.000 Jahren ebenso wichtig gewesen wie im 21.Jahrhundert.  Der Unterschied sei jedoch gravierend: „Wir können wählen!“. Kein römischer Kaiser und keine Senatoren bestimmten heute über unser Geschick, sondern frei gewählte Regierungen.
Mit großer Freude hieß er die über 200 geladenen Gäste auf dem UNESCO-Welterbegelände, dem ehemaligen Reiterkastell, willkommen, darunter sechs Bundes- und Landtagsabgeordneten und zahlreiche Vertreter der Mitgliedsstädte der Deutschen Limesstraße. „Um es gleich vorweg zu nehmen, das neue Limesmuseum ist sensationell geworden!“ kündigte er gleich zu Beginn seiner Begrüßung an.
Er bedankte sich für den „hervorragend investierten“ Landeszuschuss für die Neukonzeption des Museums in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Nach der aktuellen Ertüchtigung und der neuen Dauerausstellung zähle das Limesmuseum mit der Saalburg in Hessen und Weißenburg in Bayern zu den Leuchttürmen am Obergermanisch-Raetischen Limes.

Für den Bundeszuschuss in Höhe von 2,6 Millionen Euro aus dem Etat des Bundesbauministeriums zur Förderung der Welterbestätten bedankte er sich beim Bund. Mit dieser Förderzusage sei vor vier Jahren der Durchbruch für die gemeinsame Finanzierung des Museums gelungen, erinnerte Rentschler.

Professor Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege,  sprach ein Grußwort in seiner neuen Funktion als Direktor des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg, dessen Zweigmuseum das Limesmuseum ist. Das Archäologische Landesmuseum mit seinen drei Zweigmuseen stehe  für ein dezentrales Museumskonzept. Das Limesmuseum sei eines der größten und wichtigsten Museen in Deutschland, das sich der römischen Zeit im Südwesten widme.

Eröffnung Limesmuseum
(© Peter Kruppa)

Anschließend sprach Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter (CDU) stellvertretend für seine fünf Abgeordnetenkollegen von Bund und Land.
Er betonte wie wichtig es sei, dass insbesondere junge Menschen anhand der Geschichte des Limes erkennen, dass Grenzen nicht ewig halten können. Deshalb sei es auch so wichtig, dass sich die Stadt Aalen über ihre Grenzen hinaus international vernetze und Partnerschaften aufbaue. Mit dem letztes Jahr begonnenen Afrika-Engagement setze die Stadt deshalb das richtige Zeichen für die Überwindung von Grenzen.

Die musikalische Umrahmung des Festaktes übernahm das Cello-Ensemble des Kopernikus-Gymnasium Wasseralfingen unter der Leitung von Alexander Rube.

Zum Abschluss bat Oberbürgermeister Thilo Rentschler alle am Projekt beteiligten Architekten, Fachplaner sowie die städtischen Mitarbeiter und das Museumsteam zu sich auf die Bühne und bedankte sich für deren großen Einsatz für das neue Limesmuseum: „Das ist Mannschaftsleistung!“

Sonderbeilage zur Wiedereröffnung

© Stadt Aalen, 28.05.2019