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Adresse
Limesmuseum
St.-Johann-Straße 5
73430 Aalen
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Feiertage 10 bis 17 Uhr
Montag geschlossen
Eintrittspreise
Erwachsene 6 €
Ermäßigung 4 €
Gruppen ab 15 P. 4 € p.P.
Schülergruppe 2 € p.P.
Familienkarte 13,50 €
Kombiticket 8 €

Holzkästchen mit Schloss

Objektdaten

inventarnummer
1976-0067-0214-0003
fundtyp
Kästchen
datierung
1. Hälfte 3. Jh. n. Chr.
epoche
Römische Kaiserzeit
fundort
Rainau, Ostalbkreis
standort
Limesmuseum Aalen
herstellungstechnik
Verzinkung; Nuten
Größe
21.5 cm × 15 cm × 10 cm
gewicht
502.66 g
Material
Eisen, Bronze, Holz (Ahorn, Linde), Leder (Schaf/Ziege)

Beschreibung

Geschickt gefertigt und raffiniert aufgebrochen

Eine echte Rarität ist dieses fast vollständig erhaltene Holzkästchen. In der Regel bleiben von solchen nur die Metallbeschläge übrig, wobei sich selbst dann selten ein kompletter Beschlagsatz erhält.
Eine weitere Besonderheit ist der Schiebedeckel, denn Kästchen wurden meistens mit Klappdeckeln hergestellt.
Präzise Arbeiten wie verdeckte Verzinkungen und eingearbeitete Nuten zeugen von dem hohen Können des Schreiners.
Dem Aufbau nach zu urteilen, wurde das Kästchen wohl als Geld- oder Schmuckkassette verwendet.
Die gute Erhaltung verdankt das Kästchen dem Ort, an dem es mehrere Jahrhunderte lang lag: einer Latrine. Die Fäkalien deckten das Kästchen luftdicht ab, sodass das Holz nicht verrottete.

Weiterführend

Weitere Bilder

Am Schlossblech haben sich Lederreste erhalten. Demnach war die Frontansicht mit Leder verkleidet. Analysen ergaben, dass es sich dabei um Ziegen- oder Schafsleder handelt. Die Frontseite war mit zwölf konzentrisch profilierten Pressblechnägeln verziert, wodurch es massiver wirkte.
Im Innenraum sind zwei recht grobe Rillen eingearbeitet worden. Dies geschah wahrscheinlich nachträglich, um eine Trennwand einfügen zu können. Dadurch hatte man zwei gleich große Fächer.
Trotz Schloss und Kette war das Kästchen nicht gegen Diebstahl gefeit. Es hatte eine Schwachstelle, die auch gefunden wurde: der Boden. Hier wurde der Nut soweit freigelegt, dass man den Boden heraushebeln bzw. herausbrechen konnte. Daher fehlt wohl die Hälfte des Bodenbretts. Die Besitzerin bemerkte den Diebstahl womöglich nicht gleich, da Front und Deckel unbeschädigt blieben.

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1. Hälfte 3. Jh. n. Chr.
Rainau, Ostalbkreis